Trends in der Kunst: Verkannte Künstler erkennen
Ein aktueller Kunsttrend rückt übersehene und unterbewertete Künstler ins Rampenlicht. Als Kunstinvestor sollten Sie dieses interessante Marktsegment in Betracht ziehen.
Für viele Sammler ist der Erwerb von Kunstwerken in erster Linie eine persönliche Leidenschaft – wenn auch eine, die sie mitunter als Kapitalanlage betrachten. In den letzten Jahren beobachten wir ein wachsendes Interesse von Kunden, die Kunst in ihr breites Portfolio integrieren möchten.
Obwohl viele verschiedene Kunstgattungen Beachtung verdienen, ist ein wichtiger aktueller Trend die Fokussierung auf übersehene (und daher potenziell unterbewertete) Künstler. Insbesondere Künstlerinnen, indigene Künstler, afrikanische Künstler sowie solche aus der afrikanischen Diaspora und andere historisch weniger anerkannte Schaffende treiben bedeutende Veränderungen im globalen Kunstmarkt voran.
Institutionen und private Sammler schliessen nun historische Lücken und investieren in unterbewertete Künstler. Dies ist Teil einer dynamischen Neuausrichtung des globalen Kunstmarkts, die von wegweisenden Bewegungen wie Black Lives Matter und den Guerrilla Girls beeinflusst wird.
Eine internationale Bewegung hat sich formiert
Die Kunstwelt beginnt aufzuhorchen und rückt verkannte Künstler durch Veranstaltungen wie das Kulturfestival der Biennale di Venezia, die 1‑54 Contemporary African Art Fair und die Kerry-James-Marshall-Ausstellung ins Rampenlicht.
Eine Expertin, die die neuesten Trends auf dem globalen Kunstmarkt eingehend beobachtet und analysiert hat, ist Rubina Romanelli, Art Adviser und Senior Collection Manager im Art-Management-Team von Corient. Laut Romanelli «wird die nächste Biennale di Venezia einen guten Anhaltspunkt für aufkommende Trends liefern. Das Comeback von Frauen sowie von übersehenen oder unterbewerteten Künstlern dürfte jedoch anhalten, da Galerien und Sammler in diese Künstler investiert haben und Museen ihre Ausstellungen Jahre im Voraus planen.»
Afrikanische Künstler sowie solche aus der afrikanischen Diaspora scheinen ebenfalls ein beständiger Fokus für Sammler und Ausstellende zu sein. «Bedeutende Kunstmessen und institutionelle Ausstellungen sind dafür exemplarisch», so Romanelli. «Die institutionelle Anerkennung gibt dem Markt Sicherheit und schafft einen positiven Kreislauf.»
Romanelli ist überzeugt, dass dieser wachsende Trend auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen ist: «Einerseits schliessen Kuratoren sowie Institutionen historische Lücken und bringen im Rahmen ihrer moralischen und historischen Verantwortung übersehene Werke ans Licht. Auch Aktivistengruppen wie die Guerrilla Girls oder soziale und politische Bewegungen wie Black Lives Matter haben dazu beigetragen, Themen wie die Unterrepräsentation von Frauen und rassistische Ungleichheiten in den Fokus zu rücken.»
Das Wachstumspotenzial dieses Markts erschliessen
Der andere Faktor betrifft den Wert der Werke von Künstlerinnen und anderen unterbewerteten Schaffenden. «Sammler sowie Marktteilnehmer haben das finanzielle Potenzial unterbewerteter Künstlerinnen erkannt – oft historisch bedeutsamer Persönlichkeiten, deren Werke weit unter dem Preis ihrer männlichen Kollegen angesetzt waren», so Romanelli.
Da der Kunstmarkt seinen Blickwinkel kontinuierlich erweitert: Signalisiert die wachsende Anerkennung von Frauen, afrikanischen und anderen historisch übersehenen Künstlern einen nachhaltigen Kulturwandel statt einer blossen Modeerscheinung? Romanellis Einschätzung: «Kunst ist unweigerlich mit einem historischen, sozialen und politischen Kontext verbunden. Sie offenbart tiefere Wahrheiten und eröffnet neue Perspektiven auf die Welt. Die gegenwärtige Neubewertung übersehener Stimmen spiegelt nicht nur eine Marktkorrektur wider, sondern ein umfassenderes kulturelles Bewusstsein. Während die Marktdynamik schwanken mag, deutet der grundlegende Wandel in den Narrativen auf das Potenzial einer tiefgreifenden und dauerhaften Transformation hin, die über kurzfristige Marktzyklen hinausgeht.»
Sind Sie daran interessiert, Kunstwerke zu erwerben oder eine bestehende Sammlung zu besprechen? Möchten Sie den boomenden Markt für unterrepräsentierte und unterbewertete Künstler erkunden? Ihr Corient Wealth Advisor kann bei Bedarf unser Team von Kunstexperten hinzuziehen und Ihnen helfen zu bestimmen, wie eine Allokation in Kunstwerke in Ihr Gesamtportfolio passen kann.
ÜBER DIE AUTORIN
Maria de Peverelli
Maria ist Leitender Berater und Leiterin der Art Management Services bei Corient. Sie betreut einen Kundenstamm, zu dem Privatpersonen, Family-Offices, Stiftungen, Trusts und Nachlässe gehören. Marias Erfahrung umfasst Positionen bei Stonehage Fleming, die Gründung von OmniArte in Zürich, die Villa Favorita in Lugano (Sammlung Thyssen-Bornemisza), das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt sowie die Universität Genua. Maria ist ausserdem Trustee des Yorkshire Sculpture Park und Mitglied des Beirats der Fondazione Palazzo Strozzi in Florenz.
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EMEA 5367839 – Mai 2026