Über das Family Office hinaus: Der wachsende Bedarf an stärker integrierter Vermögensverwaltung
Mit zunehmender Komplexität des Familienvermögens kann isoliert bereitgestellte Vermögensberatung an ihre Grenzen stossen. Sprechen Sie mit einem Corient-Berater, um zu erfahren, warum vermögende Familien einen stärker vernetzten Ansatz benötigen.
Seit Generationen haben sich wohlhabende Familien mit herausragenden Beratern umgeben. Investmentmanager, Buchhalter, Anwälte, Treuhänder, Versicherungsspezialisten und Steuerexperten spielten jeweils eine wichtige Rolle beim Erhalt und beim Ausbau des Familienvermögens. Heute stellen jedoch viele Familien fest, dass spezialisiertes Fachwissen allein nicht mehr ausreicht.
Mit zunehmender Komplexität des Vermögens besteht die Herausforderung nicht nur darin, hervorragende Berater zu finden, sondern auch sicherzustellen, dass sie koordiniert auf dieselben Ziele hinarbeiten. Die grössten Herausforderungen, mit denen wohlhabende Familien konfrontiert sind, betreffen oft nicht allein Anlagen oder Finanzvermögen. Sie umfassen Governance, Nachfolge, Philanthropie, den Familienzweck, Steuern, Risiken sowie die Frage, wie künftige Generationen die verantwortungsvolle Verwaltung des Familienvermögens mittragen werden.
Familienzweck
Der Familienzweck ist das Fundament, auf dem eine solide langfristige Strategie und Finanzplanung aufgebaut werden kann. Die klare Formulierung des Familienzwecks und die aktive Auseinandersetzung damit unterstützen Entscheidungen innerhalb eines strategischen Rahmens, der das Risiko einer Vermögensvernichtung durch reaktive oder opportunistische Entscheidungen verringert.
Steuer- und Nachlassplanung
Steuereffizienz bleibt ein Eckpfeiler beim Erhalt des Familienvermögens, ist aber am effektivsten, wenn sie als Teil einer breiteren Strategie und nicht als reine Jahresendübung betrachtet wird.
Der Verkauf eines Unternehmens, die Errichtung eines Trusts oder eine bedeutende gemeinnützige Schenkung können jeweils Auswirkungen auf die Anlagestrategie, die Nachfolgeplanung und die Familiengovernance haben. Die stärksten Pläne erkennen diese Zusammenhänge von Anfang an und berücksichtigen die langfristigen Ziele der Familie als Teil einer ganzheitlichen Steuer- und Nachlassplanung.
Anlagestrategie
Eine erfolgreiche Anlagestrategie beruht auf einem soliden Fundament und ist oft der sichtbarste Ausdruck des «Familienzwecks».
Familien verlassen sich auf ihre Anlageberater, um Portfolios aufzubauen, Kapital zu allokieren, Risiken zu steuern und langfristige Chancen an den öffentlichen und privaten Märkten zu identifizieren. Anlageentscheidungen stehen heute jedoch selten für sich allein. Liquiditätsbedarf, Unternehmensbeteiligungen, Nachlassplanung und familiäre Prioritäten beeinflussen allesamt, wie Kapital investiert werden sollte. Ohne ein solides Fundament, das diese Aspekte berücksichtigt, kann die Anlagestrategie selbst gefährdet sein oder zu einer zusätzlichen, unnötigen Risikoquelle werden.
Governance
Wachsen Familien über mehrere Generationen, wird die Entscheidungsfindung (und die Erwartungen daran) oft ebenso wichtig wie die Anlageperformance und birgt Konfliktpotenzial. Konflikte gehören zu den bedeutendsten Risiken, mit denen eine Familie umgehen muss.
Stellen Sie sich eine Familie vor, die kürzlich ein Unternehmen verkauft hat. Ein Familienzweig möchte private Investitionen tätigen, ein anderer stellt den Kapitalerhalt in den Vordergrund, während ein dritter das gemeinnützige Engagement der Familie ausbauen möchte. Governance bietet einen Rahmen, um solche Entscheidungen zu treffen, bevor unterschiedliche Prioritäten zu dauerhaften Konflikten werden.
Nachfolge
Die Übertragung von Vermögen kann von einem Moment auf den anderen erfolgen, die Übertragung der Verantwortung dafür ist jedoch oft ein weitaus längerer Prozess.
Viele Familien beginnen heute schon Jahre, bevor Vermögenswerte übertragen werden, mit der Nachfolgeplanung, indem sie jüngere Familienmitglieder in Anlagegespräche einbeziehen, sie an philanthropische Entscheidungsprozesse heranführen und ihnen schrittweise mehr Verantwortung innerhalb der Familiengovernance übertragen. Genauso wie Unternehmen künftige CEOs gezielt aufbauen, müssen auch Familien ihre kommenden Generationen von Führungspersönlichkeiten aufbauen und fördern.
Philanthropie
Für viele vermögende Familien ist Philanthropie mittlerweile mehr als reine Wohltätigkeit. Sie bietet oft eine der ersten Gelegenheiten, wichtige Entscheidungen generationenübergreifend gemeinsam zu treffen.
Fragen wie etwa die Wahl der zu unterstützenden Anliegen, die Beurteilung von Förderanträgen oder die Mitwirkung von Kindern in einer Familienstiftung können dazu beitragen, gemeinsame Werte zu stärken und künftige Generationen auf umfassendere Führungsaufgaben vorzubereiten.
Lifestyle-Vermögenswerte
Bedeutendes Vermögen geht oft über Finanzanlagen hinaus und umfasst auch Kunstsammlungen, Flugzeuge, Yachten, Ferienimmobilien, Weingüter oder andere Lifestyle-Investitionen.
Diese Vermögenswerte werfen Fragen zu Eigentum, Versicherung, Bewertung, Nachfolge und langfristiger Verwaltung auf. Da sie oft eine sehr persönliche Bedeutung haben und zum Zusammenhalt der Familie beitragen, erfordern sie eine Planung, die mehr als nur den finanziellen Wert berücksichtigt.
Risikomanagement
Die Risiken rund um Vermögen reichen heute weit über die Marktvolatilität hinaus, die zwar oft am sichtbarsten, aber nicht zwingend das wesentlichste Risiko ist, dem Familien gegenüberstehen.
Ein Cyberangriff beginnt möglicherweise als technisches Problem, kann sich jedoch rasch zu einem finanziellen, rechtlichen und Reputationsrisiko entwickeln. Der Erwerb von Immobilien im Ausland oder eine Beteiligung an einem Privatunternehmen kann steuerliche, Governance-, regulatorische und nachfolgebezogene Überlegungen nach sich ziehen, die weit mehr betreffen als die Anlage selbst.
Heute mehr denn je bedeutet Risikomanagement, das Zusammenspiel dieser Themen zu verstehen, statt sie isoliert zu betrachten.
Die Beratung zusammenführen
Die meisten vermögenden Familien verfügen bereits über ein Team von Beratern. Was oft fehlt, ist jemand, der dafür verantwortlich ist, diese Beratung miteinander zu vernetzen.
Ein Corient-Vermögensberater kann diese Gespräche auf den langfristigen Zweck und die Ziele der Familie ausrichten. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Familie ihre eigene Definition von generationenübergreifendem Erfolg erreicht.
ÜBER DEN AUTOR
Greg Harris
Greg ist Partner in unserem Londoner Büro. Zu seinen Erfahrungen gehören Positionen bei Stonehage Fleming und der Maitland Group. Er verfügt über umfassende Erfahrung in den Bereichen Treuhand-, Rechts-, Vermögensverwaltungs- und Anlagedienstleistungen und berät sowohl zu Vermögenswerten an öffentlichen als auch an privaten Märkten sowie zu breiteren Themen, die ultra-vermögende Familien in Südafrika, Grossbritannien und auf der ganzen Welt betreffen. Greg hat einen Bachelor of Business Science (Hons) von der University of Cape Town und ist CFA zertifiziert.
INHALTSHINWEIS
Diese Informationen dienen Bildungszwecken und sind nicht dazu bestimmt, buchhalterische, rechtliche, steuerliche, versicherungsbezogene Beratung oder Anlageberatung zu gewähren, und sie dürfen nicht als solche herangezogen werden. Dies stellt weder ein Angebot zur Erbringung von Dienstleistungen, noch eine Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren dar. Der Inhalt ist nicht als Beratung gedacht, die auf eine bestimmte Person oder Situation zugeschnitten ist. Wir glauben, dass die bereitgestellten Informationen korrekt und zuverlässig sind, übernehmen jedoch keine Gewähr für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit.
«Corient» bezieht sich auf verbundene Unternehmen, die unter der gemeinsamen Kontrolle der Corient Global HoldCo Limited («HoldCo») stehen. Produkte und Dienstleistungen können über ein oder mehrere globale verbundene Unternehmen angeboten werden und sind möglicherweise nicht in allen Rechtsordnungen oder für alle Kunden verfügbar.